Hintergrund
  • Teaser
Auf Kontrastseite umschalten Schrift vergrößern Schrift verkleinern
12.06.2018
Gerold Teufel als Vorsitzender verabschiedet / „Eine Zäsur“
Mit Monika Schneider erstmals eine Frau an der Spitze der CDU in Zimmern / Diskussion in Mitgliederversammlung über die Ortsverfassung

Diese Mitgliederversammlung in der Gaststätte „Zur alten Schmiede“ bedeutete in der Tat eine Zäsur in der Geschichte des CDU-Ortsverbandes Zimmern: Gerold Teufel, seit 13 Jahren dessen Vorsitzender, musste das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Die Wertschätzung seines  jahrzehntelangen Wirkens in der Gemeinde und weit darüber hinaus kam an diesem Abend nicht zuletzt durch die Teilnahme von außerordentlich vielen CDU-Mitgliedern und einiger Gäste zum Ausdruck. Mit lang anhaltendem Beifall dankte die Versammlung dem knapp 72-jährigen früheren Gemeinderat, stellvertretenden Bürgermeister, Kreisrat, der sich über Jahrzehnte hinweg als überzeugter christlicher Demokrat für seine Heimatgemeinde und für den gesamten Landkreis eingesetzt hat. Der ländliche Raum war und ist Gerold Teufel stets ein Herzensanliegen. Er setzte Zeichen: so als er vor fast 4 ½ Jahrzehnten als damaliger Vorsitzender der Jungen Union das traditionelle Eintopfessen initiierte und gründete. Und dieses jeweils am dritten Adventssonntag stattfindende Ereignis ist heute nicht mehr wegzudenken. Stets übernahm er Verantwortung: unvergessen bleibt sein jahrzehntelanges Wirken als Obmann des Kreisbauernverbandes, zu dessen Ehrenvorsitzender er ernannt worden ist.

Dass er an diesem Abend überdies geehrt werden konnte für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der CDU, war nur ein weiteres, sichtbares Zeichen für den „Familienmenschen“ Gerold Teufel. Er und seine Ehefrau Rita, die ihn auch bei seiner Verabschiedung begleitete, haben fünf Kinder und zwölf Enkelkinder.

In der von Guntram Ober, dem stellvertretenden CDU-Ortsvorsitzenden geleiteten und von ihm zu Recht als „denkwürdig“ bezeichneten Veranstaltung ging die Wahl der Nachfolge von Gerold Teufel zügig und unspektakulär über die Bühne. Monika Schneider ist die erste Frau, die dem CDU-Ortsverband nunmehr vorsteht. Einstimmig gewählt, auch wenn sie, die auf dem Hochwald zu Hause ist, keine Zimmerner Bürgerin ist, wie sie schmunzelnd einräumte. Für Stefan Teufel, den CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten sowie Vorgänger seines Vaters Gerold als Ortsverbandsvorsitzender ein eher scherzhaft gemeinter Vorschlag an die ebenfalls anwesende Bürgermeisterin Carmen Merz, über eine Eingemeindung des Hochwalds nach Zimmern nachzudenken.

Manch ein heiteres Wort also fügte sich zu dem so besonderen Charakter der Mitgliederversammlung. Und in gleichem Maße die Freude darüber, dass mit dem 21-jährigen Fabian Faas ein junger Mann zum Schriftführer und damit zum Nachfolger von Monika Schneider in diesem Amt gewählt werden konnte.

Genugtuung sprach auch aus den Worten von Stefan Teufel, der die Erfolge bei der Polizeireform für Zimmern hervorhob und die im Landtag neu beschlossene Förderung für Schulhausbauten als ein ganz wesentliches bildungspolitisches Element bezeichnete.

So führte dann der Bericht von Guntram Ober über wichtige kommunalpolitische Projekte – wie die fertig gestellte Halle in Flözlingen oder die Diskussion über die Zukunft derjenigen in Zimmern – zu dem Thema, das derzeit besonders die Gemüter bewegt.

Soll auch der Kernort Zimmern einen Ortschaftsrat erhalten, wie dies in einem Antrag von Mitgliedern des Gemeinderats gefordert wird. Die Diskussion, an der sich auch Gäste rege beteiligten, war leidenschaftlich und sachlich -  und es kamen nahezu alle Pro- und Contra-Argumente auf den Tisch.  Auf der einen Seite wurde  die Frage nach der Identität und des Mitwirkens ins Feld geführt, auf der anderen Seite wurde, 45 Jahre nach der damaligen Gemeindereform, in Zweifel gezogen, ob es heute noch sinnvoll ist, in drei Teilorten einen Ortschaftsrat zu halten. „Wir sind alle Zimmerner“, brachte ein Diskussionsteilnehmer die Stimmungslage auf den Punkt. Die Tendenz war eindeutig: Nicht noch ein Gremium! Die Verantwortung für die gesamte Gemeinde tragen, darauf komme es an. Und mit den Bürgern reden, mit ihnen das Gespräch suchen – dies sei die tragende Säule eines funktionierenden Gemeinwesens. So das Fazit einer Debatte, die ob seiner Sachlichkeit sehr wohl als stilbildend bezeichnet werden konnte.

So wie Bürgermeisterin Carmen Merz in ihrem Grußwort bei den  herzlichen Dankesworten an Gerold Teufel wie bei der sehr sensibel vorgetragenen positiven ersten  Bilanz ihrer Tätigkeit nach einem Jahr auf dem Rathaus in Zimmern.

Auch dafür gab es kräftigen und dankbaren Applaus. Wie ebenfalls für die CDU-Mitglieder, die für ihre langjährige Treue zur CDU geehrt werden konnten.

Neben Gerold Teufel waren dies Erwin Schmider und Wolfgang Zinser (je 40 Jahre) sowie Marc Burkard und Robert Kammerer (je 25 Jahre).

Impressionen
Termine