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08.07.2018 | Kreispressesprecher: Robert King
50 Teilnehmer aus dem Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen bei Infofahrt in die deutsche Hauptstadt
Live-Erlebnis Bundestag und Gespräch mit Unionsfraktionschef Volker Kauder

Eine Formulierung des Bundestagsabgeordneten Volker Kauder versinnbildlichte geradezu exemplarisch die Brisanz dieser politischen Tage: „Angela Merkel wird nicht ewig Bundeskanzlerin sein.“ Pause. „Aber gerade jetzt brauche wir sie mehr denn je.“

Durchatmen.

Beim viertägigen Besuch der 50-köpfigen Gruppe aus dem Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen in Berlin in diesen so turbulenten Tagen, an denen sich die Asyldebatte so langsam entspannte, an denen der Deutsche Bundestag den Haushaltsplan 2018 verabschiedete, und in einer Zeit, in der die gesamte bisherige Weltordnung zu zerfallen scheint, erlebten die Gäste aus Baden-Württemberg beim Gespräch mit dem Unionsfraktionsvorsitzenden im ARD-Restaurant „Die Eins“ einen Politiker, der als einer der wichtigsten Akteure auf der Berliner Bühne genau weiß, worauf es ankommt, was jetzt zu tun und zu leisten ist.   

„Wir brauchen ein starkes Europa“, sagte er, mit dem Blick auf den US-Präsidenten Trump, für den alles „deals“ sind, auch mit dem Blick auf die Chinesen, die bereit sind zum Miteinander, aber nur, wenn sie das Sagen haben, wenn Themen wie Menschenrechte und Verfolgung von Christen ausgeblendet werden. Dazu braucht es aber auch starke Politiker, so die Botschaft des Unionspolitikers. Er selbst hatte kurz zuvor im Reichstag, nachdem die Gruppe die Aussprache und die Abstimmung über den Einzelplan 07 Justiz und Verbraucherschutz mitverfolgt hatte, eine kurzzeitige Verwirrung samt Kompetenzgerangel am Rande durch ein „Machtwort“ aufgelöst.

Gerade Demokratie braucht Führung. Verlässlichkeit und Gradlinigkeit. Wohl  nirgendwo  sonst  ist Geschichte und politische Gegenwart, sind die Spuren von zwei Diktaturen auf deutschem Boden  und die Errungenschaft der parlamentarischen Demokratie mit ihrem Ringen um Mehrheiten, ihrem Aufeinander-angewiesen-sein im Rechtsstaat  greifbarer zu erleben und zu erfahren als auf diesen wenigen Quadratkilometern in der deutschen Hauptstadt. Das ausgewogene Verhältnis zwischen Kanzleramt und Bundestag, die in der Architektur durchscheinende Symbolik wurden genauso deutlich wie die so leidvolle  deutsche Teilung äußerlich zwar kaum mehr zu sehen ist, aber beim zweiten Blick noch immer unverkennbar ist: alle Teilnehmer dieser Infofahrt auf Einladung von Volker Kauder traten die Heimreise in das dann doch wieder beschauliche Baden-Württemberg anders an als sie vier Tage zuvor aufgebrochen waren. Eindrücke blieben: so wenn  beim Besuch der Dauerausstellung der ehemaligen DDR-Abfertigungshalle „Tränenpalast“ Willkür und Unrecht erschreckend nah zu erspüren war, wie auch das Gespräch im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die weltweite Verantwortung gerade auch der deutschen und der europäischen Politik deutlich werden ließ. Bei aller Vielfalt und der Unterschiedlichkeit des Erlebten blieb eines deutlich: es ist alle Mühe wert und es lohnt sich, sich jeden Tag für die Demokratie, für Recht und Freiheit und für den Frieden einzusetzen. „Denn nichts kommt und bleibt von selbst“, sagte Volker Kauder.  Nachdenklich und nicht ohne Sorgen. Und stets mit dem Willen, dass wir unseren Kindern und Enkeln ein Land  übergeben, in dem eine friedliche, freiheitliche und rechtsstaatliche Zukunft gewährleistet ist und in der nicht das Maulheldentum den Ton angibt.“ 
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