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08.07.2019, 23:22 Uhr | R.King
Die CDU im Kreis Rottweil trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Franz Sauter
Gradlinig und mit großer Überzeugungskraft hat er über Jahrzehnte hinweg verantwortlich gehandelt

Franz Sauter ist tot. Der ehemalige, langjährige Bundestagsabgeordnete, der über Jahrzehnte hinweg die CDU im Kreis wesentlich mitgeprägt hat und sich bundespolitisches Renommee erworben hat, ist im Alter von 91 Jahren in seiner Heimatgemeinde Epfendorf gestorben.

Mit 25 Jahren, im Jahre 1953 trat Franz Sauter in die CDU ein, war der erste Kreisvorsitzende der Jungen Union und führte von 1964 bis 1977 den CDU-Kreisverband.

Zusammen mit Wegbegleitern wie Heiner Geißler, mit dem er zusammen das Jesuitenkolleg in St. Blasien besucht hatte, mit Erwin Teufel und Josef Rebhan übernahm er Verantwortung für die CDU in der jungen Bundesrepublik Deutschland.

Aus seiner christlichen Überzeugung heraus, auf dem Hintergrund und aus der Erfahrung des nationalsozialistischen Unrechtsregimes und zweier Kriege in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, ging es ihm darum, ein neue, demokratische und rechtsstaatliche Republik aufzubauen. Und zwar auf nahezu jeder politischen Ebene: in Epfendorf als Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, im Kreistag, dort auch als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. So war es nicht verwunderlich, dass Franz Sauter im Jahre 1972 über die Landesliste erst als Nachrücker für den ausgeschiedenen Eduard Adorno in den Deutschen Bundestag kam, danach das Mandat über die Landesliste Baden-Württemberg erwarb und nach dem Ausscheiden von Bruno Heck ab  dem Jahr 1976  jeweils mit großer Mehrheit im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen in den Bundestag gewählt worden ist.

Zeichen der hohen Wertschätzung und der Anerkennung für einen Politiker, der nie in seinem Leben die Bodenhaftung verloren hat, sondern der sich stets in der Geborgenheit seiner Familie und seiner Heimat zu Hause wusste. Dort wo ihn auch Helmut Kohl besuchte und wo er sich immer wieder mit Heiner Geißler traf, mit dem er sich ein Leben lang freundschaftlich verbunden wusste.

Wohl kaum etwas sagt so viel aus über die Persönlichkeit Franz Sauter wie sein Satz in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Jungen Union im Kreis Rottweil. Er schrieb: „Als Staatsbürger und als Christen müssen wir auch im eigenen Land für die Menschenrechte und Menschenwürde einstehen und zwar für alle Menschen, ob  jung oder alt, ob gesund oder alt, ob geboren oder ungeboren.“

Dies war die Leitschnur, an der entlang Franz Sauter ein Leben lang handelte und wirkte. Und bei allem Wissen um die Ernsthaftigkeit seines Anliegens nahm er sich selbst nie zu wichtig, stellte sich aber ein Leben lang in den Dienst der Sache und der Überzeugungen, für die er mit Leidenschaft eintrat. Und doch vergaß er nie seinen Humor, seine oftmals feine Ironie, mit der er manchmal einer politischen Debatte ihre Schärfe nahm. Gradlinig vertrat er seine Politik, doch nie verbissen; immer mit Respekt auch vor dem oder anderen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass Franz Sauter politische Mitwerber verletzt hätte. Daran verschwendete er nicht einmal einen Gedanken.

Franz  Sauter lebte seine Grundsätze, und er lebte aus seinen Grundüberzeugungen heraus. Zu ihnen gehörte auch die Überwindung der unmenschlichen Teilung Deutschlands in einen freien und einen unfreien Teil. Darum konnte es kein Zufall sein, dass am 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls in Berlin, er während der Sitzung des Deutschen Bundestags zusammen mit zwei Unionskollegen spontan die deutsche Nationalhymne anstimmte. Darauf angesprochen, wunderte er sich im Nachhinein immer wieder darüber, dass sich die Grünen dabei „doch recht schwer getan haben und sehr zögerlich damit umgegangen sind.“

 

Ein Leben lang blieb Franz Sauter seinen Überzeugungen, seinen Idealen treu. Und auch darum, weil er als unverwechselbare Persönlichkeit seinen graden Weg ging, blieb sein Name auch viele Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik in Bonn und später in Berlin ein Begriff für genau diese Charaktereigenschaften, die ihn kennzeichneten.

Als der Landwirtschaftsmeister, der früh seinen elterlichen Betrieb in Epfendorf übernehmen musste, in Politik, Kirche und Gesellschaft ganz vielfältig  verantwortlich tätig war und stets der Gleiche blieb.

Nun ist Franz Sauter nach einem erfüllten Leben im Alter von 91 Jahren gestorben.