Nach dem desolaten Wahlergebnis

CDU-Kreisvorstand sieht Handlungsbedarf in personeller und inhaltlicher Ausrichtung

03.10.2021, 07:51 Uhr | Robert King | Kreispressesprecher

Die CDU bleibt im Kreis Rottweil weiterhin die prägende Kraft: „Wir haben unsere Mandate im Land und nun auch im Bund mit dem Erfolg von Maria-Lena Weiss erfolgreich verteidigt“,

stellte  Stefan Teufel in der ersten Sitzung des CDU-Kreisvorstands nach der Bundestagswahl fest. „Und wir nehmen die Anliegen der Bürger auf“, sagte er weiter. So habe er im Sozialausschuss im Landtag darauf gedrängt, das Thema der durch Alkoholkonsum der Mütter geschädigte Kinder – es sind jedes Jahr mehr als tausend – anzugehen. Ein Anliegen, auf das an ihn beim CDU-Ortsverband Schiltach-Schenkenzell herangetragen war. „Auch wenn sich der grüne Sozialminister mit diesem Bereich schwer tut wie auch damit, wenn wir weiterhin Druck machen werden bei der Hospizarbeit und der Palliativmedizin.“ So der Landtagsabgeordnete in einer Kreisvorstandssitzung im Pension Haas – Hotel am Turm in Rottweil, die fünf Tage nach der Bundestagswahl
 

naturgemäß unter dem Eindruck des „desolaten Wahlergebnisses“ (so Dr. Georg Schumacher) für eine breite und tiefgründige Debatte sorgte.     

Den schriftlich vorliegenden und mündlich erweiterten Wahlanalysen durch Kreisgeschäftsführerin Doris von Schulz sowie von Lothar Reinhardt und Felix Lehmann (aus der Sicht der Jungen Union) und aus dem Blickwinkel von Maria-Lena Weiss und ihren ersten Eindrücken aus dem Deutschen Bundestag folgte eine „sehr notwendige und gute Aussprache“ (Stefan Teufel) über die Erfahrungen aus dem Wahlkampf und die dringend erforderliche auch personelle Neuausrichtung der Partei und Schärfung des Profils der CDU. „Wir müssen wieder deutlich machen, was wir wollen, was den Markenkern der Christlich Demokratischen Union ausmacht und worin wir uns von den anderen  deutlich unterscheiden“, dies war die immer wieder hervorgehobene Grundforderung.

„Orientiert an unseren Grundsätzen, mit pragmatischen, an den Erfordernissen der Menschen ausgerichteten Lösungen“, so Stefan Teufel. Corona fordere uns alle weiterhin, was bedeute, dass das Gesundheitssystem vor Überlastung geschützt werden müsse. Und im Hinblick auf den Weg zur CO2-Neutralität „wollen wir Industrieland bleiben und klimaneutral werden.“ Dies gehe nur mit Technologieoffenheit, nicht aber mit E-Mobilität alleine: „Darum muss Baden-Württemberg zum Technologieführer bei den Themen Wasserstoff, Synthetische Kraftstoffe, Batterietechnologie und Smart City werden.“

So wie Felix Lehmann als Vertreter der jungen Generation deutlich machte: „Gerade wir im Ländlichen Raum brauchen die Flexibilität, die Mobilität auch in Zukunft. Ohne das Auto, das bei den Grünen immer mehr in Frage gestellt wird, hätte ich heute Abend nicht hierherkommen können.“ Was nicht nur für ihn gilt, sondern auch für alle anderen Teilnehmer dieser Kreisvorstandssitzung, in der der neu gewählten Bundestagsabgeordneten Maria-Lena Weiss  ihr Einsatz im Wahlkampf gelobt und  zu ihrem Wahlsieg herzlich und mit einem Blumenstrauß gratuliert wurde.